Die Kämpfe der Bewaffneten Kräfte der Philippinen (AFP) gegen die vom IS unterstützte Maute-Gruppe auf Mindanao dauern unvermindert an.

Während bisher mindestens 89 radikalislamische Terroristen getötet werden könnten, steigt die Zahl der zivilen Opfer an. Die Terroristen haben mindestens 200 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, in ihre Gewalt gebracht und nutzen sie als Geiseln. Der verschleppte und beliebte Geistliche "Chito" Suganob wandte sich in einem Telefoninterview direkt an Präsident Duterte, ihm und den anderen Geiseln zu helfen, da diese sonst alle getötet würden. Die Maute-Guppe, die dem IS die Treue geschworen hatte, kämpft seit längerem für einen unabhängigen islamistischen Staat auf Mindanao und bekommt Zulauf vor allem von jungen muslimischen Männern ohne Perspektive.

 

Die Kämpfe brachen aus, als die philippinischen Sicherheitskräfte versuchten, den Anführer der Terrorgruppe Abu Sayyaf, Isnilon Hapilon, einem Al-Kaida-Ableger, in Marawi City auf Mindanao festzunehmen. Hapilon gilt als Emir des IS von Mindanao. Innerhalb kürzester Zeit gelang es den Terroristen, so viel Kämpfer zu holen, so dass die Festnahme misslang und auch die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht werden konnte.Seit dem zieht die Regierung Militär und Polizei zusammen, um diese zurückzuerobern. Dies erklärt das Vorgehen der Terroristen im für Moslems heiligen Monat Ramadan. Mehrere Stadtteile konnten teils unter Einsatz schwerster Waffen und mit Unterstützung der Luftwaffe von Regierungseinheiten befreit werden. Gestern verhinderte die AFP das gezielte Niederbrennen der Stadt im Norden der südphilippinischen Insel Mindanaos durch die Maute-Gruppe. Allerdings baten örtliche Vertreter den Präsidenten, auf Luftwaffe und schwere Waffen zu verzichten, um die Stadt nicht vollständig zu zerstören.

Kriegsrecht bestätigt

 

Der Kongress der Philippinen hat hingegen die Entscheidung Dutertes bestätigt, auf Mindanao das Kriegsrecht zu verhängen. Diese gilt vorerst für 60 Tage, kann aber verlängert werden.  Aus allen Teilen Mindanaos sind Regierungssoldaten in Richtung Marawi City zusammengezogen worden. Nach Aussage des Präsidentenpalastes befinden sich bereits Regierungssoldaten in der Stadt, während sich die Terroristen als Heckenschützen verschanzt hätten und auch gezielt auf Zivilisten schössen. Die Regierung in Manila forderte die noch in der Stadt weilende Bevölkerung dazu auf, sich in ihren Häusern zu verbarrikadieren und dort auszuharren, bis die Stadt befreit wäre. Verschiedenen Quellen zufolge gelang es bis zu 90% der Bevölkerung, aus der Stadt zu fliehen und in anderen Teilen Mindanaos unterzukommen.

 

Ob und und inwieweit das Vorgehen der Regierung dazu geeignet ist, die Terroristen militärisch zu schwächen oder ob die ausgesprochen harte Linie Dutertes dazu führt, dass die Terroristen weiteren Zulauf erhalten, bleibt jedoch weiter abzuwarten. Präsident Duterte hat unabhängigen Meinungsumfragen zufolge mit seiner harten Haltung weit über 90% der Bevölkerung hinter sich.

 

Das Vorgehen der Regierung hat im Gegensatz zu Deutschland oder anderen Ländern nichts mit Wahlen zu tun, da der philippinische Präsident für eine Legislatur von sechs Jahren gewählt ist, aber nicht wiedergewählt werden kann. Wobei die Wahlen nur in Friedenszeiten stattfinden. Aus diesem Grunde hat die Ausrufung des Kriegsrechts schlimme Erinnerungen an die Marcos-Diktatur auf den Philippinen wachgerufen, weil dieser seine 27jährige Herrschaft mit dem Kriegsrecht begründete. Es bleibt daher zu hoffen, dass das Kriegsrecht vor Ablauf des erst im letzten Jahr gewählten Präsidenten Duterte aufgehoben wird.

 

Ursprünglich war geplant, für Netphen-Online direkt aus Mindanao zu berichten. Da aber verschiedene Informationen zur aktuellen Sicherheitslage in der Stadt City of Cagayan de Oro (CDO) nicht beschaffbar waren und auch die deutsche Botschaft Manila sich aktiv bemühte, von einem Flug dorthin abzuraten, berichten wir nun nur aus Manila. Der Flug nach CDO war weit vor den aktuellen Ereignissen gebucht gewesen.

 

 

Klaus J. Stanek

Leider ist es uns zu gefährlich Bilder aus den Kriegsgebieten per E-Mail zu übertragen, denn wir sind uns nicht sicher inwieweit man als Tourist dort überprüft wird.

Ein Netpher auf Reisen - Philippinen

 

Eigentlich wollte unser Reporter Klaus J. Stanek seine Berichtreihe "Ein Netpher auf Reisen" in diesen Tagen mit einem Reisebericht über die Philippinen fort-setzen. Nur jetzt überschlagen sich die Ereignisse auf den Philippinen. 

Philippinen im Griff des TerrorsIS-Anhänger enthaupten PolizeichefRund 100 IS-Terroristen versuchen auf den Philippinen, eine ganze Großstadt unter ihre Kontrolle zu bringen. Präsident Duterte verhängt das Kriegsrecht und kündigt eine brutale Antwort an. Doch die Lage eskaliert weiter. (Quelle NTV)

 

Wir haben momentan Kontakt zu Klaus, auch der DPV ist informiert. Wenn sich neue Informationen ergben, lesen Sie diese hier sofort!

 

Eigentlich wollte ich nur die Reiseerlebnisse fortsetzen, die ich schon aus Marokko und Pakistan berichtet hatte. Nun bin ich auf den Philippinen. Gestern wurde hier das Kriegsrecht auf der zweitgrößten Insel Mindanao ausgerufen. Seit den 1960er Jahren versuchen islamistische Gruppe dort eine Teilautonomie oder Unabhängigkeit zu erreichen, weil sie sich von der Zentralregierung vernachlässigt fühlen. 1991 bildete sich die Gruppe Abu Sayyaf, die später massiv von Al Kaida unterstützt wurde. Aber auch kommunistische Kräfte der so genannten NRW people's Army (NPA) leisteten Widerstand und es begann ein blutiger Dschungel-Krieg. Vereinzelte Waffenstillstände wurde immer wieder gebrochen, so dass das Auswärtige Amt seit langem eine Reisewarnung für diesen sehr schönen Landesteil ausspricht und Touristen ausdrücklich davor warnt, Miondanao zu besuchen. Das Anschlagsrisiko und die Entführungsgefahr ist enorm.  Abu Sayyaf hat sich mittlerweile mit dem Islamischen Staat verbündet und Anfang 2017 einen deutschen Staatsbürger enthauptet. Weitere Geiseln befinden sich noch in der Hand der Terroristen, meistens ostasiatische Seeleute, mit denen Lösegeld erpresst werden soll.

Gestern fielen etwa 100 Kämpfer von Abu Sayyaf und Mauru in die Großstadt Marawi City ein und versuchten, diese einzunehmen, was nach intensiven Kämpfen zu großen Teilen gelang. Marawi City liegt entgegen anderer Presseberichte im Norden Mindanaos und nicht im Süden. Die genaue Anzahl der Angreifer ist jedoch noch unbekannt. Auch waren dem Vernehmen nach zu wenige Polizisten und Soldaten in der Stadt, um die Verteidigung zu übernehmen. Weite Teile der Bevölkerung versuchten mit dem Auto, Bus, Motorrad oder einfach nur zu Fuß in die nächstgelegene Stadt Illigan zu flüchten.Der Bürgermeister der Stadt verschanzte sich mit seiner Familie im Rathaus und gab über ein Radiointerview an, er wolle die Stadt nicht übergeben, könne das Rathaus aber nur mit seiner eigenen Familie verteidigen, weil es keine Sicherheitskräfte mehr gäbe. Der örtliche Polizeichef wurde durch die Angreifer enthauptet. Der Chef des örtlichen Krankenhauses richtete einen Appell an die Welt, zu beten und ;Arabische City zu helfen.

Präsident Duterte befand sich zu diesem Zeitpunkt auf einem Staatsbesuch beim russischen Präsidenten Putin. Er bat ihn um Lieferung modernster Waffen, da seine Armee zu schlecht im Kampf gegen die Terroristen ausgerüstet sei, um diese effektiv zu bekämpfen, was Putin unter Hoinweis, Russland verfüge über keine Interessen in Südostasien ablehnte. Daraufhin brach Duterte seinen Besuch in Moskau ab und flog vorzeitig zurück nach Manila. 

In Gesprächen mit lokalen Kontakten konnte netphen-online.de herausfinden, dass auch in anderen Städten Mindanaos das Leben schwerer geworden sei. Obgleich zwar trotz Kriegsrechts keine Ausgangssperre verhängt sei, sind die Menschen beunruhigt. Der Verteidigungsminister des Landes rief die Bevölkerung dazu auf, sich in den Häusern und Wohnungen zu verbarrikadieren und vor allem zu Hause zu bleiben. Das Leben scheint zu ruhen. Die Straßen sind relativ leer und die Geschäfte nur noch teilweise offen. Wie ein junger Student der City Prof Cagayan de Oro - etwa eine Autostunde von Marawi City entfernt - berichtete, herrscht in der Bevölkerung überall Angst und Sorge, der Krieg könne sich auf die gesamte Insel ausbreiten, was nach gegenwärtiger Lage nicht auszuschließen ist. Duterte hat bereits angekündigt, das Kriegsrecht auf die gesamten Philippinen auszudehnen, sollte die Kriegsgefahr nicht eingedämmt werden. Hiermit will er nach eigenen Angaben die Bevölkerung schützen und Leben retten.
Insgesamt bleibt die Lage jedoch noch unübersichtlich. Während die Zentralregierung in den lokalen Medien davon spricht, es seien genug Sicherheitskräfte vor Ort, widersprechen örtliche Vertreter und flüchtende Menschen dieser Aussage ausdrücklich. Mittlerweile hat die Regierung Truppenbewegungen in Marsch gesetzt, die die Terroristen vertreiben soll.Der Bevölkerung zugewandt sagte der Präsident: "Habt keine Angst". And die Terroristen gewandt,meinte er "Meine Antwort wird brutal sein."

Wir berichten über die weitere Lage.

Warum die Philippinen ?

 

Die Philippinen - das Inselparadies am anderen Ende der Welt - sind bekannt als Sexparadies mit zweifelhaften Ruf, bezaubernder Landschaft und Schönheit, aber auch seit kurzem mit einem verrückten Präsidenten namens Duterte, der in der Öffentlichkeit höchstes Ansehen genießt.

 

Über das Internet ist es recht einfach, Kontakte auf die Inseln zu bekommen. Mit der Zeit sind daraus einige Freundschaften entstanden, also Grund genug, die neuen Freunde einmal zu besuchen. Von Frankfurt über Abu Dhabi ging es also nach Manila, wo mich mein Freund Zabdiel abholte. Er ist Immobilienmakler in Manila. Schon der Weg aus dem klimatisierten Flughafen heraus war wie der Run gegen eine Wand aus Hitze und Feuchtigkeit. Bei der Landung um 23.30 Uhr Ortszeit herrschten noch Temperaturen von über 30° C bei 100% Luftfeuchtigkeit. Allerdings ist es Einheimischen verboten, direkt an den Flughafen zu gehen, was ich nicht wusste. Vodaphone teilte mir gleich freundlicherweise mit, dass jede angefangene Minute mich 5,99  kosten würde. Trotzdem entschied ich mich, Zabdiel anzurufen. Über einen Zugang, der den Charme einer Tiefgarageneinfahrt hatte, ging es dann zum Sammelplatz für Taxis und Abholer. Und sofort wurde ich von einem freundlichen Gepäckträger angesprochen, ob ich derjenige wäre, auf den Zabdiel wartete. Und brachte mich zu ihm.

 

Mit dem Geländewagentaxi ging es nach Eastwood in Quezon City. Hochhaus an Hochhaus waren hier angereiht. Die Straßen sauber und überall Sicherheitskräfte. Und alles schien sicher. Eastwood ist eine der besseren Gegenden von Quezon City, einer Nachbarstadt Manilas in MetroManila, wie die Region genannt wird. Wir fuhren eine Auffahrt zu einem Hochhaus hoch und waren endlich da. Die ganze Fahrt hatte mitten in der Nacht noch 40 Minuten gedauert. Zabdiel wohnte in der 23. Etage in einem kleinen Apartment. Selbst dort waren trotz Klimaanlage und  Ventilation immer noch heiße 30° C. Wir gingen hinaus. Mittlerweile war es fast 2 Uhr Ortszeit, also 20 Uhr deutscher Zeit. Und die Restaurants waren noch offen. In einem guten philippinischen Restaurant aßen wir noch eine Kleinigkeit, bevor es dann ins Bett ging.

Filipinos stehen hinter dem Kriegsrecht

 

Das Militär ist ausgerückt, ein weiteres Vordringen von Abu Sayyaf aus der besetzten Stadt Marawi City auf der zweitgrößten Insel der Philippinen - Mindanao -  in weitere Landesteile zu verhindern und die Lage zu stabilisieren. Um Übergriffe auf weitere Teile der Insel zu unterbinden, versuchen philippinische Sicherheitskräfte, Marawi City vollständig mit Strassenblockaden abzuriegeln und jedes Fahrzeug und jede Person auf Waffen oder eine Aufstandsteilnahme hin zu kontrollieren. Diese aktuelle Lage wird als ruhig, aber angespannt beschrieben. Allerdings halten die Terroristen noch viele Geiseln in ihrer Hand, unter anderem den örtlichen katholischen Priester Teresito "Chito" Suganob in ihren Händen. Bis Dienstag kommender Woche wollen die Terroristen abgezogen sein und fordern hierfür freies Geleit. Mit einer solchen Zusage der Regierung wird eher nicht zu rechnen sein. Anderenfalls wollen sie alle ihre Geiseln töten, wie aus einem Telefonat von Chito mit dem Bischof Edwin de la Peña zu erfahren war. De la Peña weiter mitteilte, sei er froh, dass Chito jetzt noch lebe. Öffentlich appellierte der Bischof an die Terroristen, gemeinsamen Werte zwischen Islam und Christentum in den Vordergrund zu stellen und der besondere Gnade Gottes anzupreisen, die in beiden Religionen implementiert wäre. Aus diesem Grunde müssten sie auch alle Geiseln unverzüglich freilassen.

 

100.000 Flüchtlinge werden in Notcamps in anderen Städten untergebracht und vom Roten Kreuz und der Regierung versorgt.

 

Präsident Duterte hat die Anweisung gegeben, jeden zu erschießen, der eine Waffe trägt und aggressiv ist. Weiter wird Duterte mit dem Satz zitiert: "If I think you should die, you will die. If you fight us, you will die. If there's an open defiance, you will die and if it means many people dying, so be it." ("Wenn ich meine, du sollst sterben, wirst du sterben. Wenn du uns bekämpfst, wirst du sterben. Wenn es eine offenen Widerstand gibt, wirst du sterben und wenn das bedeutet, dass viele Personen sterben, dann ist das so.") Der Präsident scheint somit entschlossen mit harter Hand durchzugreifen.

 

Und weiter: "Es geht darum, die Unschuldigen zu schützen." Insgesamt weiß man immer noch nicht, um wieviele Angreifer es sich handelt. Anfängliche Zahlen von 100 Terroristen scheinen aber als zu niedrig angesetzt. Etwa die Hälfte der Bevölkerung durfte mit Zustimmung von Abu Sayyaf fliehen. Die sonst nur halbstündige Fahrt in die nächstgelegene Stadt Iligan City dauerte nach Aussage von Flüchtlingen bis zu acht Stunden.

 

Viele Politiker und Personen des öffentlichen Lebens haben sich hinter den international wegen seiner Drogenpolitik umstrittenen Präsidenten gestellt und das Kriegsrecht verteidigt. Der Kongress muss dem binnen 48 Stunden zustimmen, das laut Verfassung vorerst 60 Tage gelten soll. Duterte liebäugelt aber schon mit einer Ausweitung. Einziger Kritikpunkt ist die Erinnerung an Diktator Ferdinand Marcos, der mit demKriegsrecht seine brutale Alleinherrschaft über 27 Jahre festigte. Ob der 72jährige Duterte, der nach einer sechsjährigen Amtszeit nicht wiedergewählt werden darf, dies missbraucht, bleibt zudem abzuwarten. Auch der Präsident der European Chamber of Commerce of the Philippines, Günter Tau, merkte an, dass es fraglich wäre, warum das Kriegsrecht auf ganz Mindanao ausgeweitet wurde, während nur eine einzige Stadt betroffen sei. Andererseits wären politischen Unsicherheiten in Teilen der Philippinen so groß, dass sie deutlich negative Effekte auf die Attraktivität des Landes als Investitionsziel hätten. Sein US-amerikanischer Kollege von der American Chamber of Commerce of the Philippines, John Forbes, bezeichnet die Situation auf Mindanao als "höchst lokal". Auch die Börse regierte mit einem leichten Zugewinn, so dass mit einer Zustimmung der Investoren zur Politik Dutertes ausgegangen werden kann. Allerdings wird eher mit einem leicht eingetrübt es Investitionsklima gerechnet, da der Peso gegenüber dem Dollar leicht verlor.

 

Die Lage in andere Teilen der Insel wird als ruhig und vorerst stabil beschrieben. Allerdings taucht auch in Gesprächen, die Netphen-Online.de mit Personen aus der Region Northern Mindanao führen konnte, die Frage auf, wieso die Terroristen Marawi City unauffällig infiltrieren konnten. Wie sie mit solch modernen Waffen ausgestattet sein und wie sind sie überhaupt daran gekommen, ohne dass dies den Sicherheitskräften aufgefallen ist. Diese Fragen werden noch zu untersuchen sein, wenn Marawi wieder unter der Kontrolle der Regierung steht. Unter Duterte bestehen dann keine Zweifel mehr, dass dann Köpfe rollen werden. Unabhängig hiervon würde ein großer Schlag mit möglicherweise vielen - auch zivilen - Toten einen nicht unerheblichen Schlag gegen Abu Sayyaf und anderen Gruppen bedeuten, deren Zahl grundsätzlich als nicht zu hoch eingeschätzt wird. Andererseits kann eine hohe Zahl ziviler Opfer auch einen weiteren Zulauf desillusionierter, vor allem junger Mensch zu Abu Sayyaf und anderen Terrorgruppen bedeuten.

 

Gestern ist der Chef des Dangerous Drugs Board öffentlich gemaßregelt und entlassen worden, weil dieser die Zahl der offiziell Drogenabhängigen von 3 Millionen auf 1,8 heruntergespielt hatte, um einen Regierungserfolg zu darzustellen. Duterte ist von allem international wegen seiner umstrittenen Null-Toleranz-Politik gegenüber Drogen bekannt und berüchtigt. Seit seinem Amtsantritt sollen bereits mehr als 7.700 Personen ohne rechtsstaatlichen Verfahren von der Polizei oder Paramilitärs erschossen worden sein, ohne dass diese hierfür zur Verantwortung gezogen würden. Statt dessen billigt der Präsident dieses  Vorgehen ausdrücklich.

 

Aus Manila berichtet Klaus J. Stanek

Auch wenn deutsche Medien scheinbar nicht mehr über den Krieg auf Mindanao - der südlichsten Insel der Philippinen - berichten, gibt es dort weitere Entwicklungen:

 

Dem Wunsch Dutertes entsprechend wurde das Kriegsrecht vom Kongress bestätigt und gilt somit 60 Tage lang und kann verlängert werden. Eine vom Präsidenten angedachte mögliche Ausweitung des Kriegsrechts auf das ganze Land ist aktuell kein Thema, kann aber je nach weiterer Entwicklung sofort wieder auf die Tagesordnung gesetzt  v. vbb werden.  Angriffe der philippinischen Luftwaffe haben den Weg frei gemacht, dass Panzer nunmehr in die Stadt vordringen konnten. Dabei sind auch zivile Ziele getroffen worden. Das Militär sagt, es wolle Strasse um Strasse und Haus um Haus von den Rebellen säubern. Berichte über Tote und Verletzte wurden nicht genannt, aber Bilder vom Abtransport verletzter Soldaten gezeigt, die ausgeflogen wurden. Die Terroristen haben sich in der gesamten Stadt verteilt und verschanzt und betätigen sich vornehmlich als Heckenschützen. Ein Militärcamp, das vornehmlich von Journalistengenutzt wird, wurde ebenfalls von ihnen attackiert und beschossen. Es soll keine Verletzten gegeben haben.

Die lokalen Fluggesellschaften bieten Passagieren an, nach Mindanao gebuchte Flüge bis zu einem Zeitraum Ende Juli 2017 umzubuchen. Stornierungen sind nicht möglich.

Wie lokale Medien berichten, ist entgegen der Mittelung des Präsidenten Duterte der örtliche Polizeichef von Marawi City nicht von den Abu Sayyaf-Rebellen enthauptet worden und ist noch am Leben. In den lokalen Medien wird darüber diskutiert, wie Duterte eine solche Fehlinformation bekommen konnte und warum er sie verbreitete. Auch internationale Medien hatten diese Falschinformation übernommen. Das Rathaus Marawis ist ebenfalls noch in der Hand der Regierung. Es wird vom Bürgermeister mit seiner Familie alleine verteidigt.

Allerdings diskutieren die nationalen Medien die Bedeutung des Kriegsrechts, weil in der Zeit der Marcos-Diktatur diese sich entgegen der Verfassung mit dem Kriegsrecht 27 Jahre an der Macht hielt. Der philippinische Präsident ist für sechs Jahre gewählt und kann nicht wiedergewählt werden. Aufgrund dieser Erfahrungen besteht im Land eine grundsätzliche Sorge. Duterte erfreut sich zwar einer großen Beliebtheit, weil er mit brutalen Mitteln gegen Drogen und Korruption vorgeht, aber Zweifel bleiben auch in der Bevölkerung. Seine letzten Zustimmungswerte lagen bei unglaublichen 93%

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